Herzöge, Heide, Hengstparade
"Üb' immer Treu und Redlichkeit", dichtete vor gut 200 Jahren Ludwig Hölty, damals Lateinschüler in Celle. Heute amtieren 4 Gerichte in unserer Stadt. Das hier Recht gesprochen wird, geht auf die welfischen Kurfürsten von Hannover zurück. Sie schufen 1711 das Oberapellationsgericht, aus dem das heutige Oberlandesgericht hervorgegangen ist. Auch sonst ist unsere Heidestadt eng mit dem Welfenhaus verknüpft. Die Herrscher errichteten ein Schloss, Paläste und Gärten, um welche die Bürger ihre Stadt bauten. Hunderte bunter Fachwerkhäuser vermitteln den Eindruck einer Stadt, deren heutige Bausubstanz bis ins 16. Jh. zurückreicht.

Tradition ist hier schon immer großgeschrieben worden. Von den Bomben des Zweiten Weltkriegs verschont geblieben, trägt unsere Heidestadt ein wirklich schönes, fast museales Kleid aus Renaissance- und Barocktagen. Eigentlich wirkt Celle wie die realistische Kulisse eines Theaterstücks, so geschlossen ist das Stadtbild, so einheitlich wirkt es auf die an deutsche Nachkriegsstädte gewöhnten Augen. Doch der Eindruck einer mit Sachverstand für die nächsten Generationen restaurierten Museumsstadt verflüchtigt sich bald. Unser Celle ist höchst lebendig, und das merkt man schnell. Hinter den Fassaden der oft überaus schmalen Häuser werden die neuesten Datenverarbeitungsgeräte und die letzte Pariser Mode präsentiert. Die Häuserzeilen, deren vielfarbiges Gebälk aussieht wie mehrschichtige Pralinen, die man durchgeschnitten hat, bergen zuweilen Unternehmen von beachtlichem industriellen Ausmaß. Celle ist ein attraktives Einkaufszentrum für die Südheide, aber auch im produzierenden Gewerbe haben wir einen soliden Ruf. Der Ansammlung großer Betriebe der Erdölbranche verdanken wir unsere Bedeutung als europäisches Zentrum der Erdölindustrie.
